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Großfeuer im "Stadtpark" vor 25 Jahren

Ein Großfeuer hat den „Stadtpark“ am 19. Mai 1992 - vor genau 25 Jahren - zerstört. Brandstifter wollten sich durch die Versicherungssumme finanziell „sanieren“.

 

Am 19. Mai 1992
- also genau vor 25 Jahren - brannte der „Stadtpark“. Bei dem Großfeuer - durch Brandstiftung - entstand
Sachschaden in Höhe von mehreren Millionen D-Mark. Bei dem Feuer
wurde die im Gebäude untergebrachte Discothek „Music Hall“ vollkommenzerstört. Ebenso erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde das Hotel Stadtpark sowie das im Nebengebäude untergebrachte Restaurant:Es sollte im Mai 1992 unter neuer Leitungwiedereröffnet werden.

Kurz nach 04.00 Uhr war das Feuer im Dachgeschoss des massiven Gebäudes in der Friedrichstraße
(heute Betreutes Wohnen) entdeckt worden. Bereits bei der Anfahrt der Löschmannschaften war das Ausmaß
des Feuers erkennbar: Der gesamte Dachstuhl des augenfälligen Anwesens stand in voller Ausdehnung in
Flammen, alle verfügbaren Kräfte wurden an die Brandstelle beordert. Unter Leitung von Stadtbrandmeister
Herbert Nerpel wurde das Feuer von allen Seiten aus bekämpft, doch die großflächige Ausdehnung
des Feuers erschwerte die Löscharbeiten. Während über die 30-Meter Drehleiter und zwei Wasserwerfer das
Feuer von außen bekämpft wurde, versuchten Löschtrupps unter Atemschutz über einen Innenangriff
der Flammen Herr zu werden. Vom Dachstuhl aus hatte sich das Feuer auf die Discothek „Music Hall“ ausgebreitet,
die im ehemaligen Kino, den Stadtpark-Lichtspielen untergebracht war.

Die „schwer entflammbare“ Discothekenausstattung und die Geräuschdammmatten verwandelten die Discothek
in ein loderndes Flammenmeer. Selbst die Stahlträger der Dachkonstruktion knickten unter der Hitze wie
Streichhölzer um oder verbogen sich. Das Dekomaterial aus Kunststoff und Plastik bot den Flammen immer wieder
reiche Nahrung, wobei nicht auszuschließen war, dass sich hoch giftige Rauchgase entwickelten. Wegen den
Löscharbeiten war die gesamte Friedrichstraße für den Verkehr gesperrt, was zu einem Verkehrschaos in der Innenstadt
führte. Bei dem Stadtpark in der Friedrichstraße handelte es sich um eine weit bekannte
Institution, die auf eine lange Geschichte als Treffpunkt im Kraichgau zurückblicken konnte.

Die Geschichte der Stadtpark-Lichtspiele begann im Jahr 1926, als Fritz Petri einen Saal an das bestehende
Gasthaus anbauen ließ. Hier sollten in erster Linie kulturelle Veranstaltungen wie Theatervorführungen, große
Festlichkeiten und Bälle stattfinden. In den 1930er Jahren wurde dann noch ein Kino mit 450 Sitzplätzen eingerichtet.
Stars und Sternchen wie Zarah Leander und Theo Lingen betraten hier in Sinsheim die Bretter, die die Welt bedeuteten
und auch politische Prominenz gab sich hier ein Stelldichein.

Bis zum Jahr 1976 gastierte im „Stadtpark“ ebenfalls die Badische Landesbühne, doch der Bau der Stadthalle gegenüber
ließ die Theatertradition im Stadtpark beenden. Danach waren die Stadtpark- Lichtspiele Treffpunkt der Filmfreunde
aller Altersschichten, doch aus Rentabilitätsgründenwurde der Kinobetrieb im Juli 1985 für immer eingestellt. Im
einstigen Zuschauerraum wurde in der mondänen Discothek „Scala“ zu heißen Rhythmen getanzt. Weniger erfolgreich
war der Diskothekenbetrieb in den Folgejahren. nach der Umbenennung des Discothek Scala in „Pascha“ und dann
in Music Hall hatte man sich eigentlich einen regeren Zuspruch erhofft. Das nachlassende Interesse an der Disco war letztlich auch Grund des Großfeuers: Der Besitzer wollte sich über die Versicherungssumme sanieren
- letztlich kam ihm aber die Polizei auf die Schliche: Er saß mehrere Jahre wegen vorsätzlicher Brandstiftung im
Gefängnis.

 

Bericht : Michael Endres

Samstag, 27. Mai 2017

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