Die Unterlagen und Aufzeichnungen über das Bestehen einer Gemeinde- oder
Pflichtfeuerwehr gehen auf das Jahr 1892 zurück
Alljährlich mußte beim Großherzoglichen Bezirksamt in Sinsheim ein Verzeichnis
der Löschmannschaften vorgelegt werden. Die 1. Abteilung umfaßte die Steiger und
Schlauchführer in der 2. Abteilung war die Spritzenmannschaft zusammengefaßt.
Die Rettungsmannschaft war in der 3. Abteilung aufgeführt. Um die Jahrhundert-
wende zählte hier die Feuerwehr einen Obmann und 46 Mitglieder.
Aus heute unerklärlichen Gründen widersetzte sich der damalige Gemeinderat der
Gemeinde Hasselbach recht lange dem Drängen des Bezirksamtes zwecks Grün-
dung einer Freiwilligen Feuerwehr. Massive Druckmittel seitens der Aufsichtsbehör-
de hatten erst nach Beginn des 2. Weltkrieges Erfolg. Schließlich wurde am 4. Juli
1940
die Freiwillige Feuerwehr Hasselbach gegründet. 16 Mann erklärten durch Un-
terschrift ihren Beitritt. Kommandant wurde Otto Lepp, der einen Lehrgang an der
Landesfeuerwehrschule in Schwetzingen absolvierte.
Nächster Kommandant wurde Hermann Vierling und unter seinem Kommando
erlebte die hiesige Wehr einen weiteren Aufschwung. Zahlreiche Investitionen und
Anschaffungen wurden getätigt.


Bis zum Jahre 1894 besaß die Gemeinde Hasselbach lediglich eine große Kübel-
spritze. Das großherzogliche Bezirksamt übersandte der Gemeinde am 20. Mai 1893
über eine vorgenommene Uberprüfung folgenden Bericht:
Bei der am 19. d. Monats vorgenommenen Spritzenprobe hat sich ergeben, daß die
Spritze zwar spritzt, jedoch nicht hoch genug, sehr schwer geht, zu klein ist und nur
für Notzwecke zu gebrauchen ist. Die Spritze ist einhebelig, geht infolge der unrich-
tigen Konstruktion zu schwer, auch müssen die Mannschaften öfter abgelöst werden
als bei guten Spritzen, weitere Mannschaften müssen die Spritze an den ange-
brachten Handgriffen auf den Boden druecken, weil dieselbe schon bei angeschraub-
tem 13 Meter Schlauch nicht auf dem Platze stehen bleibt, infolge des hohen
Drucks.

Der Prüfer empfahl die Anschaffung einer vierrädrigen fahrbaren Feuerspritze. Die
fahrbare Saug- und Druckspritze wurde am 28.12.1893 bei der Firma Magirus in
Ulm bestellt und am 31.3.1894 per Bahn ausgeliefert. Der Anschaffungspreis be-
trug bei voller Ausrüstung 1.000, Mark. Nach verschiedenen mündlichen Überlie-
ferungen leistete diese besagte Spritze bei etlichen Bränden gute Dienste. Recht

mangelhaft allerdings war die Saugleistung und so mußte tunlichst mittels Eimerket-
te das Wasser in den Pumpenbehälter gefördert bzw. geschüttet werden. So war es
auch nicht weiter verwunderlich. daß vom Bürgermeisteramt dieser Tatsache Rech-
nung getragen und eine Mannschaft der Wasserträger aufgestellt wurde. Aus einer
Aufstellung dieser Hilfskräfte aus dem Jahre 1932 ist ersichtlich, daß fast ausschließ-
lich weibliche Personen hierzu Verwendung fanden. Dies sah auch der § 2 b der Be-
zirks-Feuerlöschordnung aus dem Jahre 1931 vor wo besonders Mägde und Töchter
dieserhalb angesprochen waren.

Nach dem 2. Weltkrieg und nach fortschreitender Motorisierung war die Magirus-
Spritze nicht mehr zeitgemäß und im Jahre 1947 drängte der damalige Kreisbrand-
meister Adam Schumacher auf Anschaffung einer Motorspritze. Am 28.1.1947 wur-
de unter Mithilfe des Kreisbrandmeisters eine gebrauchte TS 8/8 erworben. Es han-
delte sich um ein Erzeugnis der Klöckner-Humbold-Deutz-Werke. Das Baujahr war
nicht bekannt. Der Preis belief sich auf 991, RM. Mit dieser Pumpe hatte die Wehr
allerdings wenig Freude, denn Startschwierigkeiten waren an der Tagesordnung.
Unzählige und kostspielige Reparaturen u.a. bei der Firma Carl Metz und in der
Werkstätte der Landesfeuerwehrschule Bruchsal, konnten nur bedingt Abhilfe
schaffen.

Am 10.7.1954 erhielt die Wehr schießlich eine neue Tragkraftspritze von der Fa.
Ziegler, sowie einen Tragkraftspritzenanhänger zum Gesamtkaufpreis von 6215,
DM, welche bis zum Jahre 1980 voll einsatzfähig war. Danach wurde die Ziegler-
Pumpe ausgemustert.
Im September 1980 bekam die Wehr eine neue TS 8, Fabrikat der Fa. Metz, nach-
dem die alte TS 8 dem TÜV nicht mehr stand hielt. Weitere zwischenzeitliche An-
schaffungen waren ein Schlauchanhänger (1958), eine Schlauchwaschmaschine
und ein elektr. Schlauchtrockenschrank (1963 bzw. 1966). Das Gerätehaus mit da-
runterliegendem Löschwasserbehälter (120 cbm) stammt aus dem Jahre 1954.
Die Zeit bleibt bekanntlich nicht stehen und die Technik schreitet fort. So hatte sich
schon im Jahre 1974 der damalige Ortschaftsrat von Hasselbach im Zuge der Haus-
haltsvorberatung bei der Stadt Sinsheim für die Bereitstellung eines Feuerwehr-
Fahrzeuges stark gemacht. Doch dieses Ansinnen wurde zunächst von der Verwal-
tung mit einem mitleidvollen Lächeln abgetan. Jedoch man ließ nicht locker.
Im Jahre 1977 stellte der Ortschafts- und Gemeinderat Moser erneut den Antrag, im
Rahmen der mehrjährigen Finanzplanung auf die Beschaffung eines Fahrzeugs zu
drängen. Mosel selbst langjähriger aktiver Feurwehrmann, hatte die Notwendigkeit
voll erkannt, denn die Zeit in der man Tragkraftspritzenanhänger und Schlauchwa-
gen keuchend durch den Ort zog, sollten endlich der Vergangenheit angehören.
1981 – 82 wurde das Gerätehaus umgebaut und somit eine Unterstellmöglichkeit für
ein neu anzuschaffendes Fahrzeug ermöglicht. 1982 war es dann soweit. Die hiesi-
ge Wehr konnte ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug in Besitz nehmen. Es handelte
sich um ein TSF von der Fa. Bachert auf Mercedes-Benz-Fahrgestell. Mit der in-
dienststellung dieses Fahrzeugs wurde verständlicherweise auch dem schweren
Atemschutz Rechnung getragen und auch hinsichtlich Funk hält man Schritt.
1986 wurde eine zweite TS 8 angeschafft, damit auch eine Ersatzpumpe zur Verfü-
gung steht und auch eine Förderstrecke zu den weiter entfernteren Gebäuden auf-
gebaut werden kann.

Dieser Text stammt aus der Festschrift vom 50 jährigem Jubiläum von1990 (überarbeitet)

Im Jahr 2010 wurde der neue MTW angeschafft sowie der neue alte TSF-W, welcher
von der Freiwilligen Feuerwehr Weiler übernommen wurde.

Da aus platzgründen ein neues Feuerwehrhaus gebraucht wurde, wurde im Jahr
2015 der Bau eines neuen Feuerwehrhauses beschlossen, welches 2018 fertiggestellt worden ist.