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Generalversammlung Berichtsjahr 2016

2016 war für die Feuerwehr Sinsheim das Jahr der Autobahn: Schwere Verkehrsunfälle auf der A 6 haben die Rettungsspezialisten in Atem gehalten: Mehrfach mussten aus völlig zertrümmerten Führerhäuser die Fahrer gerettet werden.

Auch etwas Besonderes: Das Unfallgeschehen konzentrierte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten fast ausschließlich in Fahrtrichtung Mannheim zwischen der Anschlussstelle Sinsheim-Süd und dem berüchtigten „Sinsheimer Buckel“.

Dort, wo sich die Autobahn von drei auf zwei Fahrspuren verengt, kam es immer wieder zu schweren Auffahrunfällen. Traurige Bilanz der zehn schweren Unfälle auf der A 6: Ein Lkw-Fahrer kam ums Leben. Die Häufung und Anzahl der insgesamt

230 Einsätze zog sich wie ein roter Faden durch die Jahreshauptversammlung der Sinsheimer Floriansjünger.

Neben den Einsätzen auf der Autobahn und den Alarmen durch die Brandmeldeanlagen hat es auch gebrannt. Und zwar heftig. Zwei Wohnhäuser sind bei Großfeuern zerstört worden. Der größte Einsatz galt dabei dem Wohnhausbrand in Reihen – durch ein Missgeschick eines Bewohner wurden dabei zwei Wohnhäuser und angrenzende Schuppen zerstört. Insgesamt 32 Mal mussten die Sinsheimer Floriansjünger zur Brandbekämpfung ausrücken, 41 mal leistete die Feuerwehr technische Hilfe.

Insgesamt schlug sich das Einsatzgeschehen der Freiwilligen mit insgesamt 2176 Stunden nieder. Damit gehört die Feuerwehr Sinsheim zu den am stärksten geforderten Sicherheitsdienstleistern im Rhein-Neckar-Kreis. Laut Abteilungskommandant Thorsten von Hausen werden die Aufgaben weiter zunehmen und damit die Einsatzbelastung, „unsere Einsätze werden sich um die 300 pro Jahr einpendeln“, sagte er.

Ungeklärt ist die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses. Das jetzige Gerätemagazin an der Dührener Straße platzt aus allen Nähten, eine Erweiterung ist aus statischen Gründen nicht möglich. Laut Oberbürgermeister Jörg Albrecht genießt die Unterbringung der Floriansjünger bei der Verwaltung höchste Priorität, „es ist uns ein Herzensanliegen eine Verbesserung herbeizuführen“, betonte er auf der Versammlung. Bei der Suche nach einem Standort müsse man „ergebnisoffen“ sein - hierbei brachte der OB auch die ehemalige Autobahnmeisterei in der Schwarzwaldstraße ins Spiel.

Dank guter Nachwuchsarbeit kann der demografische Wandel bei der Feuerwehr Sinsheim noch abgefangen werden, doch Gesamtkommandant Michael Hess sieht in der Tagesalarmbereitschaft die Herausforderung der Zukunft. Ausdrücklich dankte er in diesem Zusammenhang den Firmen und Betrieben, die ihre Mitarbeiter bei Feuerwehreinsätzen freistellen, „ohne dieses Entgegenkommen wären all die Herausforderungen nicht zu leisten“, betonte Hess.
Bei den Ehrungen wurden Jörg Freymüller mit dem silbernen Ehrenzeichen für 25 aktive Dienstjahre und Otmar Oehmig mit dem goldenen Ehrenzeichen für 40 aktive Dienstjahre ausgezeichnet.

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen wurde Jörg Freymüller zum stellvertretenden Abteilungskommandanten gewählt. Zusammen mit Thomas Nerpel steht er Abteilungskommandant Thorsten von Hausen zur Seite.

 

 

Bericht & Bilder : Michael Endres

 

Beförderungen 2016

Ehrungen und Beförderungen 2016

Im Rahmen eines Ehrungsabends wurden bei den Sinsheimer Floriansjüngern
zahlreiche aktive Wehrangehörige ausgezeichnet und befördert.

Die Geehrten:


Zum Hauptfeuerwehrmann (bzw. Hauptfeuerwehrfrau) wurden Nicole Dietz,
Helmut Binkele, Michael Endres, Oliver Götz, Steffen Gschwind, Matthias Günther,
Andreas Iwanow, Darius Lotzwi, Christof Obländer, Patrick Reißfelder,
Daniel Rothmeier, Ralph Schick, Christian Schmutz, Patrick Schüle, Erich Stork
Peter Stork, Markus Stricker und Markus Wanner.

Zum Hauptlöschmeister befördert
wurden Stefan Draxler, Wolfgang Fischer, Rolf Fuchs und Klaus Keil.

Zum Oberfeuerwehrmann: Markus Binkele; zum Oberlöschmeister: Matthias Baumann, Thomas Beetz und Gunther Hauer.

 

Bericht : Michael Endres

Großfeuer im "Stadtpark" vor 25 Jahren

Ein Großfeuer hat den „Stadtpark“ am 19. Mai 1992 - vor genau 25 Jahren - zerstört. Brandstifter wollten sich durch die Versicherungssumme finanziell „sanieren“.

 

Am 19. Mai 1992
- also genau vor 25 Jahren - brannte der „Stadtpark“. Bei dem Großfeuer - durch Brandstiftung - entstand
Sachschaden in Höhe von mehreren Millionen D-Mark. Bei dem Feuer
wurde die im Gebäude untergebrachte Discothek „Music Hall“ vollkommenzerstört. Ebenso erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde das Hotel Stadtpark sowie das im Nebengebäude untergebrachte Restaurant:Es sollte im Mai 1992 unter neuer Leitungwiedereröffnet werden.

Kurz nach 04.00 Uhr war das Feuer im Dachgeschoss des massiven Gebäudes in der Friedrichstraße
(heute Betreutes Wohnen) entdeckt worden. Bereits bei der Anfahrt der Löschmannschaften war das Ausmaß
des Feuers erkennbar: Der gesamte Dachstuhl des augenfälligen Anwesens stand in voller Ausdehnung in
Flammen, alle verfügbaren Kräfte wurden an die Brandstelle beordert. Unter Leitung von Stadtbrandmeister
Herbert Nerpel wurde das Feuer von allen Seiten aus bekämpft, doch die großflächige Ausdehnung
des Feuers erschwerte die Löscharbeiten. Während über die 30-Meter Drehleiter und zwei Wasserwerfer das
Feuer von außen bekämpft wurde, versuchten Löschtrupps unter Atemschutz über einen Innenangriff
der Flammen Herr zu werden. Vom Dachstuhl aus hatte sich das Feuer auf die Discothek „Music Hall“ ausgebreitet,
die im ehemaligen Kino, den Stadtpark-Lichtspielen untergebracht war.

Die „schwer entflammbare“ Discothekenausstattung und die Geräuschdammmatten verwandelten die Discothek
in ein loderndes Flammenmeer. Selbst die Stahlträger der Dachkonstruktion knickten unter der Hitze wie
Streichhölzer um oder verbogen sich. Das Dekomaterial aus Kunststoff und Plastik bot den Flammen immer wieder
reiche Nahrung, wobei nicht auszuschließen war, dass sich hoch giftige Rauchgase entwickelten. Wegen den
Löscharbeiten war die gesamte Friedrichstraße für den Verkehr gesperrt, was zu einem Verkehrschaos in der Innenstadt
führte. Bei dem Stadtpark in der Friedrichstraße handelte es sich um eine weit bekannte
Institution, die auf eine lange Geschichte als Treffpunkt im Kraichgau zurückblicken konnte.

Die Geschichte der Stadtpark-Lichtspiele begann im Jahr 1926, als Fritz Petri einen Saal an das bestehende
Gasthaus anbauen ließ. Hier sollten in erster Linie kulturelle Veranstaltungen wie Theatervorführungen, große
Festlichkeiten und Bälle stattfinden. In den 1930er Jahren wurde dann noch ein Kino mit 450 Sitzplätzen eingerichtet.
Stars und Sternchen wie Zarah Leander und Theo Lingen betraten hier in Sinsheim die Bretter, die die Welt bedeuteten
und auch politische Prominenz gab sich hier ein Stelldichein.

Bis zum Jahr 1976 gastierte im „Stadtpark“ ebenfalls die Badische Landesbühne, doch der Bau der Stadthalle gegenüber
ließ die Theatertradition im Stadtpark beenden. Danach waren die Stadtpark- Lichtspiele Treffpunkt der Filmfreunde
aller Altersschichten, doch aus Rentabilitätsgründenwurde der Kinobetrieb im Juli 1985 für immer eingestellt. Im
einstigen Zuschauerraum wurde in der mondänen Discothek „Scala“ zu heißen Rhythmen getanzt. Weniger erfolgreich
war der Diskothekenbetrieb in den Folgejahren. nach der Umbenennung des Discothek Scala in „Pascha“ und dann
in Music Hall hatte man sich eigentlich einen regeren Zuspruch erhofft. Das nachlassende Interesse an der Disco war letztlich auch Grund des Großfeuers: Der Besitzer wollte sich über die Versicherungssumme sanieren
- letztlich kam ihm aber die Polizei auf die Schliche: Er saß mehrere Jahre wegen vorsätzlicher Brandstiftung im
Gefängnis.

 

Bericht : Michael Endres

Jahresstatistik 2016

Jahresstatistik 2016 der Feuerwehr Sinsheim Abt. Stadt

Donnerstag, 23. Februar 2017

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